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Neue Ermittlungs-Schritte gegen Gurlitt - Fahnder werden personell aufgestockt - New Investigative Steps against Gurlitt, Personnel to be Reinforced

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Focus 19 January 2014

With English summary below:
München. Im Fall des Cornelius Gurlitt, in dessen Münchner Wohnung Zollfahnder vor knapp zwei Jahren einen Kunstschatz entdeckten, planen die Fahnder jetzt eine neue Ermittlungs-Offensive. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf einen vertraulichen Vermerk des Münchner Generalstaatsanwalts Christoph Strötz. Demnach hatten sich am 9. Dezember 15 Juristen und Fahnder aus insgesamt fünf Behörden bei Strötz getroffen, um diesen über den „aktuellen Sachstand“ im Steuerstrafverfahren gegen Gurlitt (81) zu informieren und weitere Schritte zu beraten.

Der Generalstaatsanwalt beauftragte FOCUS zufolge die Augsburger Staatsanwaltschaft und die für den Fall zuständigen Zollfahnder in Lindau mit „zusätzlichen Ermittlungen“. Diese seien wegen des „öffentlichen Interesses“ mit „erhöhtem Personaleinsatz“ durchzuführen – und zwar spätestens bis Ostern. Zollfahnder und Staatsanwaltschaft seien sofort mit zusätzlichen Kräften zu unterstützen.

Das Interesse der Fahnder richtet sich laut FOCUS auf sämtliche Kontaktpersonen Gurlitts – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Fahnder wollen herausfinden, wer Gurlitt bei Bilderverkäufen geholfen haben könnte und wo der Beschuldigte möglicherweise Geld oder weitere Bilder versteckt haben könnte. Ins Visier der Fahnder sind insbesondere mehrere Banken und Auktionshäuser geraten.

Bei dem Treffen am 9. Dezember stellte sich FOCUS zufolge heraus, dass sämtliche Fragen des Verfahrens bislang unbeantwortet sind, seien sie das Strafrecht oder die historische Forschung betreffend. Erst wenige Tage vor dem Treffen beim Generalstaatsanwalt ließ der Augsburger Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz beim Polizeipräsidium Schwaben feststellen, dass die Razzia bei Gurlitt auf Grundlage des Polizeiaufgabengesetzes stattgefunden habe, weil die „Eigentumsvermutung massiv erschüttert“ sei. Die Razzia hatte im Frühjahr 2012 stattgefunden.

English summary:

Munich. In the case of Cornelius Gurlitt, the investigators are now planning a new investigative offensive, according to a confidential note of the Munich Prosecutor General Christoph Strötz. On 9 December 15 lawyers and investigators from five agencies met with Strötz to learn about the "state of play" in the criminal tax proceedings against Gurlitt (81) and to discuss further steps.

The Attorney General instructed the Augsburg public prosecutor responsible for the case and the customs investigators in Lindau with "additional investigation" to be carried out with "increased personnel" because of the "public interest"  - and at the latest by Easter. Customs investigators and prosecutors are to assist immediately with additional forces.

The added focus of investigation will be on Gurlitt's contacts in Germany, Austria and Switzerland. The investigators want to find out who helped Gurlitt with sales of the pictures and where the accused could possibly have hidden money or other works of art. The investigators were directed to focus attention especially on several banks and auction houses.

At the meeting on 9 December, the attendees were told that all matters of procedure are unclear and unanswered, whether with regard to criminal law or historical research. Only a few days before the meeting with the Attorney General, the Augsburg Attorney General Reinhard Nemetz said at the Swabian Police Headquarters that the raid on the Gurlitt apartment took place on a legal basis because the "presumption of ownership was massively shaken". The raid took place in spring 2012.

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-04-2014-neue-ermittlungs-schritte-gegen-gurlitt-fahnder-werden-personell-aufgestockt_id_3552760.html
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