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Schicksal des Welfenschatzes in der Schwebe - Fate of Guelph Treasure in Limbo

1970
1945
Die Welt 15 January 2014
Von Barbara Möller

Die Limbach-Kommission hat beraten, ob der Welfenschatz weiter der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört oder den Nachfahren jüdischer Kunsthändler. Nach drei Stunden: kein Ergebnis.

 Das Dom-Reliquiar des Welfenschatzes    
Foto: AP Das Dom-Reliquiar des Welfenschatzes 

Ergebnislos hat sich am Mittwoch in Berlin die Limbach-Kommission vertagt. Damit ist der Restitutionsstreit um den Welfenschatz weiter offen. "In ein paar Wochen" werde man die Entscheidung bekanntgeben, sagte ein Teilnehmer der "Welt". Gut drei Stunden lang hat die von der ehemaligen Bundesverfassungsrichterin Jutta Limbach präsidierte Kommission in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt zusammen gesessen.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die den mittelalterlichen Kirchenschatz bewahrt, erklärte unter Hinweis auf die zusammengetragenen Akten aus den Jahren 1929 bis 1935, einer Restitution an die Nachfahren der jüdischen Kunsthändler, die das Konvolut 1935 an den Staat Preußen veräußert haben, nicht zustimmen zu wollen. Das Händlerkonsortium hatte seinerzeit 4,25 Millionen Reichsmark für rund 40 Objekte aus dem Schatz erhalten, der ursprünglich für den Braunschweiger Dom zusammengetragen wurde. Vor der Limbach-Kommission geht es nun um die Frage, ob die Händler den Schatz frei verkauften oder ob sie vom nationalsozialistischen Regime dabei unter Druck gesetzt wurden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz vertritt den Standpunkt, dass mit den 4,25 Millionen Reichsmark damals ein fairer Preis gezahlt wurde. Der Welfenschatz mit Goldschmiedearbeiten aus dem 11. Bis 15. Jahrhundert wie dem Welfenkreuz, dem Eilbertus-Tragaltar und dem Kuppelreliquiar zählt heute zu den Hauptattraktionen der Berliner Museen.

http://www.welt.de/kultur/history/article123900745/Schicksal-des-Welfenschatzes-in-der-Schwebe.html
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