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Staatsanwaltschaft veröffentlicht weitere Werke - More Works Published by Prosecutor

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Der Spiegel 9 December 2013

 

Münchner Kunstschatz: Anklage zeigt weitere Gurlitt-Bilder Fotos
Lostart.de/ Staatsanwaltschaft Augsburg

Es ist nur eine kleine Tranche, aber auch sie bringt weitere Details zu dem Schwabinger Kunstfund zutage. 27 Werke hat die Staatsanwaltschaft erneut online gestellt, 354 sind nun insgesamt zu sehen. Unter den Künstlern sind Renoir, Courbet und Millet.

München/Berlin - Von Auguste Renoir besaß der Kunstsammlersohn Cornelius Gurlitt die "Mythologische Szene", zudem "Möwen" von Gustave Courbet, auch "Bäume" von Jean Fancois Millet lagerte der 80-Jährige in seiner Schwabinger Wohnung. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat nun erneut eine Tranche des Kunstfunds bei der Datenbank Lost Art online gestellt. 27 weitere Bilder sind seit Montagabend dort zu sehen.

Damit sind auf der Online-Datenbank der Koordinierungsstelle in Magdeburg insgesamt 354 Bilder aufgelistet, die von der Staatsanwaltschaft im Frühjahr 2012 aus der Wohnung in München mitgenommen wurden. Erst vergangene Woche waren mehr als hundert Bilder aus dem Besitz von Gurlitt eingestellt worden, vorige Woche kamen noch einmal 108 hinzu. Unter den Werken befanden sich Zeichnungen, Aquarelle und Grafiken von Künstlern wie Edgar Degas, Eugene Delacroix, Paul Cézanne, Pablo Picasso, Honoré Daumier und Albrecht Dürer.

Sie stehen unter dem Verdacht, NS-Raubkunst zu sein. Derzeit untersucht eine Task-Force die Herkunft der Bilder, sie veröffentlicht wöchentlich eine neue Liste der in Frage stehenden Kunstwerke. Dort sind nach Angaben der Taskforce-Leiterin Berggreen-Merkel bislang schon zahlreiche Anfragen möglicher Besitzer eingegangen.

Die Behörden hatten im Frühjahr 2012 insgesamt 1280 Bilder beschlagnahmt. Konkret wird bei 593 der Werke vermutet, Nazi-Raubkunst zu sein. Bei 384 Bildern könnte es sich um Werke handeln, die die Nationalsozialisten als "Entartete Kunst" diffamierten und aus Museen entfernten. Rund 300 Kunstwerke gehören Gurlitt nach Angaben der Experten zweifelsfrei. Er soll sie bald zurückbekommen.




http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gurlitt-schatz-anklage-veroeffentlicht-weitere-werke-aus-dem-kunstfund-a-938092.html
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