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Falsche Urteile im Fall Gurlitt - Bad Judgements in the Gurlitt Case

1970
1945
Augsburger Allgemeine 18 November 2013

Von Holger Sabinsky-Wolf

Die Augsburger Staatsanwaltschaft bewegt sich im Fall des Kunst-Erbes Cornelius Gurlitt auf ganz dünnem Eis. 

Politik und Justizbehörden haben ein ganz dickes Problem. Erst meinten sie, man könnte den spektakulären Münchner Kunstschatz im Geheimen abhandeln. Sie meinten, der Kunst-Erbe Cornelius Gurlitt sei ein merkwürdiger Sonderling, der die wertvollen Kunstwerke vielleicht freiwillig hergibt. Sie meinten wahrscheinlich sogar, die Angelegenheit könnte durch den Tod des herzkranken Besitzers bereinigt werden.

Cornelius Gurlitt zeigt sich widerborstig

Alles Fehleinschätzungen. Der Sensationsfund wurde öffentlich, der Besitzer lebt und er zeigt sich widerborstig. Er will alle Bilder behalten. Das ist moralisch fragwürdig. Gurlitt hätte Jahrzehnte Zeit gehabt, sich mit der wahren Herkunft seines Kunstschatzes zu befassen. Er hat es nicht getan. Ihn aber juristisch dafür anzugreifen, wird sehr schwierig. Die Augsburger Staatsanwaltschaft bewegt sich auf ganz dünnem Eis. Dass sie sich dennoch zur Herrin über das gesamte Verfahren aufgeschwungen hat, mutet grotesk an.

Nun wollen Kanzleramt und bayerisches Justizministerium an Gurlitts Gewissen appellieren. Das ist ein Akt staatlicher Hilflosigkeit. Man sollte sich nicht wundern, wenn der alte, uneinsichtige Mann seinen Bilderschatz am Ende behalten könnte. Und eine Menge unangenehmer Fragen bleiben.

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English guide translation:

By Holger Wolf Sabinsky

The Augsburg public prosecutor moves on very thin ice in the case of the art collection of Cornelius Gurlitt.


The p
olitical and judicial authorities have a very big problem. First they thought they could resolve the spectacular Munich art find in secret. They thought Cornelius Gurlitt was a strange man who might voluntarily relinquish the valuable works of art. They may even have thought the matter could be resolved by the death of its owner through heart disease

All misperceptions. The sensational discovery was made public. The owner lives and is rebellious. He wants to keep all the art.  This is morally questionable. Gurlitt has had decades to deal with the true origin of his art treasures. He has not done it. Attack him but legally it is very difficult. The Augsburg public prosecutor moves on very thin ice. That it has nevertheless been mistress to the whole process seems grotesque.

Now the Federal Chancellery and Bavarian Ministry of Justice will appeal to Gurlitt's conscience. This is an act of government helplessness. One should not be surprised if the old, unregenerate man were in the end able to keep his treasure trove of artworks. A lot of uncomfortable questions remain.


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