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Der Bührle-Skandal erreicht das Bundeshaus - The Bührle Scandal reaches the Federal Palace

2022
1998
1970
1945
Republik 26 November 2021
Von Daniel Binswanger

(English translation below)

Das Debakel um die Sammlung des Kanonen­königs im Zürcher Kunsthaus ruft das Parlament in Bern auf den Plan. Eine geplante Motion fordert eine nationale Experten­kommission. Sie soll künftig helfen, strittige Besitz­ansprüche auf Kunst­werke zu klären.

Der Chipperfield-Bau des Zürcher Kunst­hauses sollte ein kultureller Meilen­stein sein – und wird zum erinnerungs­politischen Desaster. Zu viele Fragen im Zusammen­hang mit der Bührle-Stiftungs-Sammlung, die jetzt im Erweiterungs­bau gezeigt wird, sind ungeklärt, zu heftig sind die Reaktionen in der nationalen und der inter­nationalen Öffentlichkeit. Die Schweiz steht vor einem Scherben­haufen. Jetzt ist die Politik gefordert.

Das Kunsthaus ist in erster Linie eine Zürcher Angelegenheit. Unter dem öffentlichen Druck haben Stadt und Kanton nun angekündigt, die Herkunfts­forschung der Stiftungs­sammlung einer unabhängigen Prüfung zu unterziehen. Sie tragen für den Transfer der Bührle-Bilder ins öffentlich subventionierte Museum die Verantwortung, an ihnen ist es jetzt auch, eine Lösung zu finden. Zudem haben sich inzwischen Vertreterinnen der Kunst­szene und der breiteren Zivil­gesellschaft mit einer Petition zu Wort gemeldet. Der nötige Prozess der Bereinigung des Skandals muss auf lokaler Ebene in Gang kommen.

Doch der Bührle-Skandal hat nicht nur eine lokale, sondern auch eine nationale und internationale Dimension. Er wirft ein Schlag­licht auf Versäumnisse der Schweiz im Umgang mit Kultur­gütern, die zu Zeiten der NS-Herrschaft unter zweifel­haften Umständen die Hand wechselten.

Nicht umsonst haben sich vor knapp drei Wochen die ehemaligen Mitglieder der Bergier-Kommission, darunter zahlreiche international renommierte Historiker, mit einem dringenden Appell an die Öffentlichkeit gewandt. Ihre wichtigste Forderung: Auch der Bund muss aktiv werden. Die Schweiz braucht eine nationale beratende Kommission für Restitutions­fragen.

Helvetischer Nachhol­bedarf

Das Bewusstsein für die Problematik des Umgangs mit Kultur­gütern, die während der Nazi­herrschaft ihren ursprünglichen Besitzern abhanden­gekommen sind, hat sich in den letzten zwanzig Jahren international stark entwickelt. Zahlreiche europäische Staaten haben spezialisierte Instanzen geschaffen, die einen verantwortungs­vollen Umgang mit solchen Kultur­gütern garantieren sollen. Deutschland, Österreich, die Niederlande, Frankreich und Grossbritannien – sowohl NS-Täter- als auch NS-Opfer-Nationen – haben allesamt Kommissionen ins Leben gerufen, die bei der Klärung von strittigen Besitz­ansprüchen beratend intervenieren können.

Doch die Schweiz ist bisher in diesem Feld nicht aktiv geworden. Dieses Versäumnis sollte rasch behoben werden. Und zwar aus mehreren Gründen.

Erstens hat die Eidgenossenschaft genau wie die überwiegende Mehrzahl der westlichen Demokratien 1998 die sogenannten «Washingtoner Richt­linien» und 2009 die «Erklärung von Theresien­stadt» unterzeichnet. Diese inter­nationalen Verpflichtungen sind zwar rechtlich nicht bindend, sollten vom Bund aber dennoch nicht kalt­schnäuzig missachtet werden. Unser Land muss auf seine offiziellen Erklärungen berufen werden können, so wie andere Länder auch. Bereits die Erklärung von Washington forderte die Staaten dazu auf, sogenannte Restitutions­kommissionen einzurichten. Es wäre höchste Zeit, dass der Bundesrat seinen Worten Taten folgen liesse.

Zweitens besteht in der Schweiz in diesem Bereich ein ausgeprägter Handlungs­bedarf. Die Eidgenossenschaft hat als neutrales, nicht besetztes Land während des Zweiten Weltkriegs eine führende Rolle als Umschlag­platz für Kultur­güter gespielt; nicht nur auf Anbieter-, sondern auch auf Sammler­seite konnte der Kunst­handel während der problematischen Kriegs­jahre ungehindert und teilweise sogar mit besonderer Intensität fortgesetzt werden. Der Schweiz stünde es deshalb gut an, ihre Verantwortung so wahr­zunehmen, dass sie nicht hinter den Anstrengungen anderer europäischer Länder zurücksteht.

Drittens hat sich in der Schweiz im Bereich der NS-belasteten Kultur­güter eine Unter­scheidung etabliert, die überwunden werden sollte: die Unter­scheidung zwischen «Raub­kunst» und «Flucht­kunst». Als Raub­kunst bezeichnet man gemeinhin Kunst­werke, die von den Nazis expropriiert, ihren Besitzerinnen also im eigentlichen Sinn geraubt wurden. Diese Fälle sind gut aufgearbeitet, und in der Regel wurden die betreffenden Werke restituiert. Raubkunst­fälle können immer wieder von neuem auftauchen, scheinen aktuell in der Schweiz aber nicht in grosser Zahl offen zu sein.

Ganz anders sieht die Lage bei der sogenannten Flucht­kunst aus. So werden Werke bezeichnet, welche Opfer der Nazi­verfolgung – fast immer jüdische Sammler – während der Kriegs­jahre verkaufen mussten, sei es, um die sogenannte Reichs­flucht­steuer zu bezahlen, sei es, um auf der Flucht zu überleben. Solche Verkäufe erfolgten häufig nicht freiwillig, und immer wieder wurde die Notlage der Verkäuferinnen ausgenutzt. Oft wurden auch zu niedrige, nicht markt­gerechte Preise für die Werke bezahlt oder gar die ausgemachten Geld­summen gar nie überwiesen.

Verfolgungs­bedingter Verlust

Die Frage, ob eine Verkaufs­transaktion von «Flucht­kunst» korrekt und markt­gerecht verlief – und die Hand­änderung deshalb als legitim zu betrachten ist – oder ob sie missbräuchlich und «konfiskatorisch» war, ist häufig schwierig aufzuklären. Ihre Beantwortung erfordert nicht nur eine genaue Rekonstruktion der Provenienz, also der konkreten Besitzer­wechsel, sondern muss auch die Erforschung der genauen biografischen Umstände, unter denen die Verkäufer handelten, und eine Einschätzung der Geschäfts­beziehungen in ethischer Hinsicht zwischen Käuferin und Verkäufer umfassen.

Die Beurteilung solcher Fälle ist anspruchs­voll. Es wäre deshalb wünschens­wert, dass sich auch in der Schweiz ein qualifiziertes Experten­gremium dieser wichtigen Aufgabe annimmt.

Da der Rechts­weg häufig nicht mehr gangbar ist, werden diese Fälle nach aktueller Praxis nämlich ganz einfach dem Gutdünken der heutigen Besitzerinnen überlassen. Wenn sich diese aufgeschlossen zeigen für «faire und gerechte Lösungen», können solche Lösungen auch gefunden werden – wie das zum Beispiel der Umgang des Kunst­museums Bern mit dem Gurlitt-Legat eindrücklich demonstriert. Doch wenn der gute Wille fehlt, können sich die Nach­fahren von Vorbesitzerinnen, die einen Anspruch auf verloren gegangene Werke stellen, in der Schweiz gar nicht zur Wehr setzen.

Das ist eine unhaltbare Situation. Der Bührle-Fall führt eindrücklich vor Augen, zu welch skandalösen und rufschädigenden Ergebnissen diese Rechts­lücken letztlich führen können. Er sollte Anlass sein, jetzt Abhilfe zu schaffen.

Schliesslich gibt es noch einen vierten wichtigen Grund, weshalb die Schweiz ihre institutionelle Infra­struktur zur Beurteilung von Kultur­güter­verlusten ausbauen muss. In den letzten Jahren hat auch das Bewusst­sein für die oft äusserst problematischen Umstände von Kultur­güter­transfers aus kolonialen Kontexten zugenommen. Auch hier besteht Aufarbeitungs- und potenzieller Restitutions­bedarf, auch hier ist in der Schweiz bisher noch wenig geschehen. Es handelt sich um ein anderes Themen­feld als der Umgang mit Kunst­werken, die belastet sind durch NS-Verfolgung, aber es besteht dasselbe Defizit. Auch Restitutions­fragen im Zusammen­hang mit Kunst aus kolonialen Kontexten sollten künftig in Über­einstimmung mit internationalen Standards geprüft werden können. Auch zu diesem Zweck muss ein geeignetes Experten­gremium institutionalisiert werden.

Der SP-Nationalrat Jon Pult will deshalb nun eine Motion lancieren, um den Bundesrat zum Handeln aufzufordern. Er will eine permanente, unabhängige Experten­kommission einrichten, die solche strittigen Fälle beurteilen und Empfehlungen abgeben kann. «Es geht hier absolut nicht um Partei­politik», sagt Pult auf Anfrage der Republik.

«Ich bin überzeugt, dass sich für eine beratende Kommission ein breiter Konsens finden lässt. Mit der Bührle-Stiftung muss Zürich ins Reine kommen. Aber die Schweiz steht hinter den Washingtoner Richtlinien und der Erklärung von Theresien­stadt. Es geht hier um Grund­sätze der historischen Verantwortung im Umgang mit Kultur­gütern, die international akzeptiert sind. Aus meiner Sicht sollten der Bundesrat und das Parlament diese Grund­sätze nun auch umsetzen.» Zur Ausarbeitung seiner Motion hatte Pult im Übrigen einen berufenen Berater: den Kunst­rechts­experten Andrea Raschèr, der seinerzeit als Gesandter der Eidgenossenschaft die Washingtoner Richt­linien mitaushandelte.

Unterstützung erhält der Vorstoss auch vom Schweizerischen Israelitischen Gemeinde­bund (SIG), von der Dach­organisation des Schweizer Judentums. In einem Communiqué hält der SIG fest, dass die Einrichtung einer beratenden Kommission für Restitutions­fragen, die sich an vergleichbaren Institutionen im Ausland orientiert, sein dringender Wunsch ist. Es gebe keine Alternative dazu, die Washingtoner Richt­linien hochzuhalten und in strittigen Fällen in deren Rahmen nach Lösungen zu suchen.

Raschèr und der SIG plädieren auch für eine Änderung des juristischen Sprach­gebrauchs. Bisher wird in der Schweiz mit der Unter­scheidung von Raub- und Fluchtgut operiert, was international nicht üblich und juristisch problematisch ist. Die Experten schlagen deshalb vor, dass der Begriff des «NS-verfolgungs­bedingt entzogenen Kultur­gutes» ins Zentrum der Restitutions­debatten rücken soll. Mit diesem in der bundes­deutschen Praxis geläufigen Ausdruck wird ein klares Kriterium benannt, weshalb der Hand­wechsel eines Kultur­guts gegebenen­falls als problematisch betrachtet werden und nach einer «fairen und gerechten Lösung» gesucht werden muss. Der Fluchtgut-Begriff dagegen mag zwar für Historikerinnen seinen Nutzen haben, ist juristisch aber zu unscharf und sorgt für Verwirrung. Allein schon die Präzisierung der Terminologie könnte die Beurteilung von problematischen Provenienzen in Zukunft erleichtern.

Das Bundesamt für Kultur zeigt sich Praxis­änderungen gegenüber im Prinzip offen – glänzt bisher aber vor allem durch konsequente Zurück­haltung. Benno Widmer, der Leiter der Sektion Museen und Sammlungen, welcher die Anlauf­stelle Raubkunst angegliedert ist, betonte letzte Woche gegenüber den Medien, es gebe in der Schweiz nur wenige Fälle von strittigen Rückgabe­forderungen – und deshalb auch keinen Handlungs­bedarf. Auch die Anfrage der Republik wurde in diesem Sinne beantwortet.

Widmer selber war 2012 jedoch in die immer noch nicht geklärte Forderung nach Rückgabe eines Gemäldes von Claude Monet involviert, das die Erben von Max Emden an die Bührle-Stiftung richten. Allerdings musste sich der Leiter der Anlauf­stelle Raubkunst unverrichteter Dinge aus dem weiter schwelenden Disput wieder zurück­ziehen, weil gemäss aktueller Regelung der Bund nur dann beratend beistehen darf, wenn beide Konflikt­parteien das wünschen. Der Fall illustriert mit aller Deutlichkeit, weshalb dringender Handlungs­bedarf besteht und endlich ein vernünftiges institutionelles Setting auf die Beine gestellt werden sollte.

Jetzt ist das Parlament gefordert.

English translation

The debacle over the collection of the cannon king in the Zürcher Kunsthaus has summoned the parliament in Bern to the scene. A planned motion calls for a national commission of experts. In the future, it should help to clarify disputed claims to ownership of works of art.

The Chipperfield building of the Zürcher Kunsthaus was supposed to be a cultural milestone - and it became a political memory disaster. Too many questions in connection with the Bührle Foundation Collection, which is now being shown in the extension building, have not been clarified, the reactions in the national and international public are too violent. Switzerland is in ruins. Now politicians are challenged.

The Kunsthaus is primarily a Zurich affair. Under public pressure, the city and canton have now announced that they will subject the research of the foundation's collection to an independent review. They are responsible for the transfer of the Bührle pictures to the publicly subsidized museum, and it is now up to them to find a solution. In addition, representatives of the art scene and broader civil society have now spoken out with a petition . The necessary process to clean up the scandal must get under way at the local level.

But the Bührle scandal not only has a local, but also a national and international dimension. It highlights Switzerland's negligence in handling cultural assets that changed hands under dubious circumstances during the Nazi regime.

It is not for nothing that the former members of the Bergier Commission, including numerous internationally renowned historians, appealed to the public almost three weeks ago. Their most important demand : The federal government must also take action. Switzerland needs a national advisory commission on restitution issues.

Helvetic pent-up demand

The awareness of the problem of dealing with cultural goods that were lost to their original owners during the Nazi regime has developed strongly internationally over the past twenty years. Numerous European countries have created specialized bodies that are supposed to guarantee that such cultural assets are handled responsibly. GermanyAustriathe NetherlandsFrance and Great Britain  - both NS perpetrators and NS victim nations - have all set up commissions that can advise on the clarification of disputed property claims.

But Switzerland has so far not been active in this field. This failure should be remedied quickly. For several reasons.

First, the Confederation has, like the vast majority of Western democracies 1998, signed the so-called "Washington Principles" and 2009 the "Terezin Declaration". These international obligations are not legally binding, but should not be disregarded by the federal government. Our country must be able to rely on its official declarations, just like other countries. The Washington declaration called on the states to set up so-called restitution commissions. It is high time that the Federal Council followed up its words with deeds.

Second, there is a marked need for action in this area in Switzerland. As a neutral, unoccupied country, the Confederation played a leading role as a transshipment point for cultural goods during the Second World War; During the troubled war years, the art trade was able to continue unhindered and in some cases even with particular intensity, not only on the supplier side, but also on the collector side. It would therefore be wise for Switzerland to exercise its responsibility in such a way that it does not lag behind the efforts of other European countries.

Thirdly, a distinction has been established in Switzerland in the area of ​​Nazi-contaminated cultural assets that should be overcome: the distinction between “looted art” and “escape art”. Looted art is commonly used to describe works of art that were expropriated by the Nazis, i.e. stolen from their owners in the true sense of the word. These cases have been dealt with well, and the works in question have generally been restituted. Looted art cases can appear again and again, but currently do not seem to be open in large numbers in Switzerland.

The situation is completely different with the so-called escape art. This is the name of works that victims of Nazi persecution - almost always Jewish collectors - had to sell during the war years, either to pay the so-called Reich flight tax or to survive on the run. Such sales were often not made voluntarily, and the plight of the sellers was repeatedly taken advantage of. Often too low, not fair market prices were paid for the works or even the agreed sums of money were never transferred at all.

Persecution-Related Loss

The question of whether a sale of “escape art” was correct and in line with the market - and the change of hands is therefore to be regarded as legitimate - or whether it was abusive and “confiscatory” is often difficult to clarify. Your answer not only requires a precise reconstruction of the provenance, i.e. the specific change in ownership, but must also include research into the precise biographical circumstances under which the seller acted and an ethical assessment of the business relationship between buyer and seller.

The assessment of such cases is demanding. It would therefore be desirable for a qualified committee of experts to take on this important task in Switzerland as well.

Since legal recourse is often no longer feasible, according to current practice, these cases are simply left to the discretion of the current owners. If they are open to “fair and just solutions”, such solutions can also be found - as, for example, the handling of the Kunstmuseum Bern with the Gurlitt legacy impressively demonstrates. But if there is no good will, the descendants of previous owners who claim to have lost works cannot defend themselves in Switzerland.

This is an untenable situation. The Bührle case clearly shows what scandalous and reputable results these legal loopholes can ultimately lead to. It should be an occasion to take remedial action now.

Finally, there is a fourth important reason why Switzerland needs to expand its institutional infrastructure for assessing the loss of cultural assets. In recent years there has also been increased awareness of the often extremely problematic circumstances surrounding the transfer of cultural goods from colonial contexts. Here, too, there is a need for processing and potential restitution, and here too little has happened so far in Switzerland. It is a different topic than dealing with works of art that are burdened by Nazi persecution, but there is the same deficit. Restitution issues in connection with art from colonial contexts should in future also be able to be examined in accordance with international standards. A suitable committee of experts must also be institutionalized for this purpose.

The SP National Councilor Jon Pult now wants to launch a motion to call on the Federal Council to act. He wants to set up a permanent, independent commission of experts that can assess such contentious cases and make recommendations. "This is absolutely not about party politics," said Pult at the request of the republic.

«I am convinced that a broad consensus can be found for an advisory commission. Zurich has to come to terms with the Bührle Foundation. But Switzerland stands behind the Washington Principles and the Terezin Declaration. It is about principles of historical responsibility in dealing with cultural goods that are internationally accepted. From my point of view, the Federal Council and Parliament should now also implement these principles. " To work out his motion, Pult also had an appointed advisor: the art law expert Andrea Raschèr, who at the time, as envoy of the Swiss Confederation, helped negotiate the Washington guidelines.

The initiative is also receiving support from the Swiss Jewish Confederation (SIG), the umbrella organization for Swiss Jewry. In a communiqué, the SIG states that the establishment of an advisory commission for restitution issues, which is based on comparable institutions abroad, is its urgent wish. There is no alternative to upholding the Washington Principles and seeking solutions in disputed cases.

Raschèr and the SIG also advocate a change in legal terminology. Up until now, Switzerland has operated with a distinction between looted and refugee property, which is not customary internationally and is legally problematic. The experts therefore suggest that the term “cultural property confiscated as a result of Nazi persecution” should be at the center of the restitution debates. With this expression, which is common in German practice, a clear criterion is named, which is why the change of hands of a cultural asset may be viewed as problematic and a “fair and just solution” must be sought. The term “refugee goods”, on the other hand, may be useful for historians, but it is legally too vague and causes confusion.

The Federal Office of Culture is in principle open to changes in practice - but has so far mainly shone through its consistent restraint. Benno Widmer, the head of the Museums and Collections section, to which the Looted Art Contact Point is affiliated, emphasized to the media last week that there are only a few cases of controversial claims for restitution in Switzerland - and therefore no need for action. The republic's question was also answered in this way.

In 2012, however, Widmer himself was involved in the still unresolved request for the return of a painting by Claude Monet, which Max Emden's heirs sent to the Bührle Foundation . However, the head of the looted art contact point had to withdraw from the simmering dispute because, according to current regulations, the federal government can only provide advice if both parties to the conflict so wish. The case clearly illustrates why there is an urgent need for action and why a sensible institutional setting should finally be set up.

It is now up to Parliament.


https://www.republik.ch/2021/11/26/der-buehrle-skandal-erreicht-das-bundeshaus
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