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Auch private Sammler und Stiftungen sollen Nazi-Raubkunst restituieren - Private collectors and foundations should also restitute Nazi-looted art

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Handelsblatt 29 November 2018
Dr Christiane Fricker

Private Sammler und Stiftungen tun sich schwer damit, Raubkunst zurückzugeben. Nun fordert Kulturstaatsministerin Grütters „deutlich mehr Engagement“.

BerlinAls „den größten Diebstahl der Geschichte“ beschreibt der Diplomat und Anwalt Stuart Eizenstat den Kunstraub der Nationalsozialisten. Eizenstat war es, der vor 20 Jahren dafür sorgte, dass die von ihm initiierte Washingtoner Konferenz zumindest in eine „Erklärung“ mündete, Nazi-Raubkunst identifizieren und so rasch wie möglich restituieren zu wollen. 44 Länder einigten sich damals auf ein elf Prinzipien umfassendes Regelwerk.

Allerdings sahen sich nur die Museen in öffentlicher Trägerschaft in der Bringschuld. Sie beeilten sich, im Jahr darauf eine – indes juristisch nicht bindende – Selbstverpflichtung zu unterschreiben. Privatsammlungen und Handel, an die sich die Washingtoner Konferenz gleichermaßen wendete, gingen diesen Schritt nicht.

Zeit für Korrekturen

„Das Glas ist ein wenig mehr als halbvoll“, resümierte Eizenstat die seither geleisteten Bemühungen im Umgang mit der NS-Raubkunst, als er am vergangenen Montag in Berlin die Konferenz zum 20-jährigen Jubiläum der Washingtoner Prinzipien eröffnete. Aber nun sei die Zeit gekommen, Korrekturen anzustoßen.

Und damit bezog sich der Amerikaner zuallererst auf den nicht nur in Deutschland mangelhaften Zugang zu digital abrufbaren Informationen über Raubkunst und Sammlungsbestände. Auch Handel und Privatmuseen waren gemeint. „Ein transparenter Markt, der umfassend über die Herkunft seiner Ware aufklärt, kommt sowohl Käufern als auch Händlern zugute“, erläuterte Eizenstat die Vorteile.

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