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Nazi-Raubkunst: Staat muss aktivere Rolle bei Ermittlung früherer Eigentümer spielen - Nazi-Looted Art: The State must play an Active Role in Identifying its Owners

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Swex 9 February 2014

(English summary below) München - Der kulturpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Dr. Sepp Dürr, fordert verstärkte Anstrengungen der staatlichen Museen, die Herkunft möglicher NS-Raubkunst in den eigenen Beständen zu ermitteln und die Werke an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzuführen. „Trotz des offensichtlichen Versagens beim Fall Gurlitt wurden die Anstrengungen bei der Sichtung der eigenen Bestände nicht erhöht“, kritisiert Sepp Dürr. „Binnen 15 Jahren haben unsere Museen gerade einmal 21 geraubte Werke zurückgegeben. Davon wurden lediglich zehn Bilder aufgrund eigener Bemühungen gefunden –  das ist erbärmlich!“

Die Landtags-Grünen sehen einen Interessenkonflikt der in den Museen beschäftigten Wissenschaftler, die eine Herausgabe betroffener Werke gegenüber ihren Arbeitgebern vertreten müssten. Sepp Dürr fordert deshalb die Schaffung einer unabhängigen deutschen Kommission für Provenienzforschung , die seitens der Länder auch finanziell entsprechend auszustatten ist. Kritik übt er in diesem Zusammenhang auch nochmals an der Gesetzesinitiative des bayerischen Justizministers Bausback, die den Erben der Enteigneten Kunsteigentümer nur scheinbar mehr Rechte einräume. „Der darin vorgesehene Nachweis der Bösgläubigkeit beim heutigen Besitzer wird nie gelingen“, prognostiziert Sepp Dürr. Seine Fraktion favorisiert deshalb ein Kunstrückgabegesetz, wie es 1998 von Österreich beschlossen und 2009 nach Vorschlägen namhafter Provenienzforscher novelliert wurde. Hierin wird vor allem auch die aktive Rolle des Staates bei der Feststellung der ursprünglichen Eigentümer betont. Wichtig sei dabei, dass ein solches Gesetz auch für Private und den Kunsthandel gelten müsse.

English summary:

Dr. Sepp Dürr, spokesman on cultural matters for the Green Party in Bavaria, has called for increased efforts by the state museums to determine the origin of possible Nazi-looted art in its holdings and return looted works to their rightful owners. "Despite the obvious failure in the Gurlitt case, our efforts have not increased", he said. "In 15 years, our museums have returned just 21 looted works. Of these, only ten were found as a result of the museums' own efforts - that is pathetic!"

The Greens in the State Assembly see a conflict of interest between the museums and their provenance researchers whose role it should be to publish affected works of art. Sepp Dürr has therefore called for the creation of an independent German Commission for Provenance Research to be funded by the federal states. 

He also criticised the legislative initiative of the Bavarian Minister of Justice Bausback that only seemingly provides more rights to the heirs of the dispossessed owners. "Having to prove the bad faith of the current owners will never succeed", he predicted. The Greens therefore favour an Art Restitution Law, like the Austrian law of 1998 and subsequently amended in 2009 following proposals from its Commission for Provenance Research. Such a law emphasises the active role the state must play in the determination of the original owners. The Greens believe the law must also apply to private collectors and the art trade.   

http://www.swex.de/kultur/detail.php?nr=24871
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