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Streit um Kunstwerk im Schäfer-Museum - Dispute about Art in the Schäfer Museum Schweinfurt

1970
1945
BR 22 January 2014

Die Erben des Malers Max Liebermann wollen ein Gemälde aus dem "Museum Georg Schäfer" zurück, das Martha Liebermann im Lehnstuhl zeigt. Georg Schäfer hatte das Bild in den 1950er Jahren erworben - die Erben sehen das anders.

Bilder von Liebermann: Die verdächtige Sammlung

Der Anwalt der Liebermann-Erben vertritt den Standpunkt, dass an dem von der Gestapo 1943 beschlagnahmten Bild rechtlich nie Eigentum erworben werden konnte. Auch nicht gutgläubig, denn das Werk müsse rechtlich als gestohlen bewertet werden. Fritz Schäfer, der Sohn des Industriellen und Kunstsammlers Dr. Georg Schäfer, will den Eigentumsanspruch nicht aufgeben. Sein Vater habe das Werk nach 1950 redlich erworben, sagt er. Auf dem Bild "Martha Liebermann im Lehnstuhl" ist die Ehefrau des Künstlers Max Liebermann zu sehen.

Oberbürgermeister Remelè fordert Aufarbeitung

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Nach Ansicht des Anwalts der Liebermann-Erben sei nun auch der Freistaat Bayern in der Pflicht. Das Museum Georg Schäfer schließlich gehört dem Staat, die Bilder gehören der Stiftung und die Stadt Schweinfurt unterhält das Museum. Der Fall müsse zumindest historisch aufgearbeitet werden, sagt dazu Oberbürgermeister Sebastian Remelè. Beide Parteien wollen weiter miteinander reden. Die Liebermann-Erben sehen aber eine moralische Verantwortung und wünschen sich eine "angemessene Regelung" zu dem Bild. Fritz Schäfer möchte das umstrittene Bild Liebermanns wieder in die Ausstellung bringen, mit einer entsprechenden Schrifttafel zu seiner Geschichte.

Weitere umstrittene Werke

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Die Berliner Herkunftsforscherin Monika Tatzkow vermutet, dass sich 21 Werke aus einst jüdischem Eigentum in der "Sammlung Dr. Georg Schäfer Stiftung" befinden könnten. Laut Fritz Schäfer gab es mit Anwälten Gespräche zu zwölf Gemälden und fünf Grafiken. Das "Museum Georg Schäfer" beheimatet mit den Bilder der Stiftung die weltweit umfangreichste und qualitativ bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie umfasst Werke von Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Max Slevogt, Lovis Corinth oder Max Liebermann. Der quaderförmige Museumsbau wurde im Jahr 2000 eröffnet und hatte damals 28 Millionen DM gekostet.

http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/schaefer-schweinfurt-kunstwerk-streit-100.html
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