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Provenienzforscher kritisiert Vorwürfe im Fall Gurlitt - Provenance Researchers criticise Allegations Made in Gurlitt Case

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T-Online 6 December 2013

Der Provenienzforscher Gilbert Lupfer hat undifferenzierte Vorwürfe gegen Kollegen, den Berufsstand und die Museen im Zuge des Falles Gurlitt kritisiert. Die teils sogar wider besseren Wissens erhobene Kritik gehöre zu den "unerfreulichen Begleitumständen" des Münchner Kunstfundes, sagte er am Donnerstag bei einer wissenschaftlichen Tagung in Dresden. Vorwürfe zum Umgang mit NS-Raubkunst gegen die öffentlichen Museen in Deutschland seien bis zur Jahrtausendwende legitim gewesen. Die Situation habe sich nun aber entscheidend verändert, was mancherorts noch immer nicht zur Kenntnis genommen werde, erklärte Lupfer, Leiter der Provenienzforschung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).

Der mit einem Bestand von etwa 1,5 Millionen Kunstwerken zweitgrößte Museumsverbund Deutschlands ist Vorreiter der inzwischen vom Bund geförderten Provenienzforschung in Museen. Dort wird seit 2008 mit dem "Daphne"-Projekt Herkunft und Geschichte der Bestände erforscht und inventarisiert. In den Aufbau der digitalen Datenbank investierte Sachsen bisher rund 12,7 Millionen Euro. "Statt aus konkretem Anlass zu reagieren, forschen wir langfristig kontinuierlich und systematisch", betonte SKD-Generaldirektor Hartwig Fischer. "Wir wollen Sicherheit haben, dass jedes Werk, das sich hier befindet, tatsächlich hierher gehört, und damit eine Art rechtssicheres Museum."

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