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Verdrängen, vergessen, verkaufen - Der Fall Gurlitt und der Kunstbetrieb im Nachkriegs- deutschland - Repression, Forgetting, Sale - The Gurlitt Case and the Art World in Post-War Germany

1970
1945
Das Erste 22 November 2013

Hildebrand Gurlitt

Hildebrand Gurlitt war Direktor des Hamburger Kunstvereins. Als Kunsthändler im Auftrag der Nazis spielte er eine Doppelrolle.

Auch zwei Wochen nach Bekanntwerden des spektakulären Kunstfundes von München sind noch immer viele Fragen offen. Die Aufarbeitung der Sammlungsgeschichte hat gerade erst begonnen - und wird dauern. Indessen ließ Cornelius Gurlitt die Öffentlichkeit in seinem ersten Interview wissen, dass er freiwillig kein Bild zurückgeben werde, und er behauptete, dass sein Vater die Werke alle rechtmäßig erworben habe. Für einen Teil der Sammlung scheint das auch der Fall zu sein. Vor allem offenbart die Aussage des Sohnes über den Vater aber das Rechtsempfinden einer ganzen Generation. Viele der Akteure des Kunsthandels im Dienste der Nationalsozialisten waren auch nach dem Krieg tätig. Es gab im Kunsthandel durch das Ende des Krieges keinen Bruch, sondern Kontinuität. Man hatte kein Unrechtsbewusstsein und erst recht kein Interesse an der Provenienz der Bilder, die auf dem Markt waren. Vielmehr war man bemüht, den nationalsozialistischen Kunstraub zu verschleiern. ttt fragt nach: Warum gab es keine "Stunde Null" auf dem Kunstmarkt?

 

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ndr/titelthesentemperamente-114.html
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