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Schwager von Gurlitt aufgetaucht: Polizei holt 22 Gemälde ab - Brother-in-law of Gurlitt appears: Police collect 22 paintings

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Focus 9 November 2013

Der Schwager von Cornelius Gurlitt ist aufgetaucht: Er ließ 22 wertvolle Kunstobjekte von der Polizei abholen, aus Sorge um deren Sicherheit. Offenbar stehen einige von den Bildern im Zusammenhang mit dem Münchner Kunstfund, bei dem über 1400 Gemälde sichergestellt wurden.
Nach dem spektakulären Münchner Kunstfund hat sich ein Mann aus Kornwestheim bei Stuttgart hilfesuchend an die Polizei gewandt. Er bewahre 22 wertvolle Kunstobjekte in seiner Wohnung auf, sagte er den Beamten. Einige von ihnen stünden im Zusammenhang mit dem Münchner Kunstfund, teilten die örtliche Polizei und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg am Samstag mit.

>„Bild.de“ berichtet, dass es sich bei dem Mann um den Schwager von Cornelius Gurlitt handele. Das konnte die Polizei gegenüber FOCUS Online bestätigen. Da er nun Sorge um die Sicherheit dieser Kunstwerke habe, bat er um die Abholung und sichere Aufbewahrung durch die Polizei. Als Grund für seine Beunruhigung nannte er die umfangreiche Berichterstattung über den in München in den vergangenen Tagen entdeckten Kunstschatz. „Bild.de“ berichtet weiter, dass der Mann und dessen verstorbene Ehefrau wohl die einzigen Bezugspersonen Gurlitts gewesen seien.

Keine strafbare Handlung

Den Angaben zufolge wurden die Kunstwerke des Mannes am Samstag in Kornwestheim von der Polizei abgeholt und an einen sicheren Ort gebracht. Den Ermittlern lägen keinerlei Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vor. Die Herkunft der Kunstwerke sowie deren Wert müssen noch genauer ermittelt werden.

Von Deutschland gefördert

Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, seien mehrere der von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmte Werke aus dem Nachlass von Hildebrand Gurlitt vermutlich schon 1956 in New York und San Francisco ausgestellt worden. Diese Ausstellung über deutsche Kunst sei von Deutschland finanziert worden. Unter den 23 Werken von Gurlitt beigesteuerten Werken seien Werke von Ernst Ludwig Kirchner oder Franz Marc gewesen. Wie die „FAS“ weiter berichtet, habe sich wohl kein Verantwortlicher an Hildebrand Gurlitts Rolle als Kunstkäufer im Auftrag von Joseph Goebbels gestört.

Ein Brief aus dem Breslauer Staatsarchiv beweise, schreibt die „FAS“ weiter, dass es sich bei dem Bild Max Liebermanns „Zwei Reiter am Strand“, das im Wohnzimmer der Schwabinger Wohnung der Gurlitts gehangen haben soll, um Raubkunst handele. Hildebrand Gurlitt soll gegenüber den Amerikanern behauptet haben, er habe das Bild von seinem Vater geerbt.

http://www.focus.de/kultur/kunst/verbindung-zum-muenchner-kunstfund-schwager-von-gurlitt-aufgetaucht-polizei-holt-22-gemaelde-ab_aid_1153736.html
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