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Fahnder entdecken milliardenschweren Kunstschatz in vermüllter Wohnung - Investigators discover Nazi looted art treasures in apartment

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Der Spiegel 3 November 2013

Ein 80-jähriger Münchner hat laut einem Magazinbericht jahrzehntelang einen gewaltigen Kunstschatz gehortet. Die Sammlung aus Nazi-Raubgut soll eine Milliarde Euro wert sein und 1500 Gemälde umfassen, darunter Werke von Picasso und Matisse. Der Fund lagerte offenbar in einem vermüllten Apartment.

München - Zollfahnder haben laut einem "Focus"-Bericht in der Wohnung eines 80-jährigen Münchners etwa 1500 bisher verschollen geglaubte Gemälde von Meistern der klassischen Moderne entdeckt und beschlagnahmt - darunter Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Marc Chagall, Emil Nolde, Franz Marc, Max Beckmann und Max Liebermann.


Wie das Magazin schreibt, sollen die Nationalsozialisten die Werke von jüdischen Sammlern geraubt oder als "entartete" Kunst konfisziert haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft Augsburg wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag weder bestätigen noch dementieren. Laut "Focus" stufen die zuständigen Behörden und Ministerien in München den Kunstschatz als Geheimsache ein. Der Grund: Sollte sich ein Streit über die Eigentumsrechte der Werke entfachen, fürchte man juristische und diplomatische Verwicklungen.

Eine Berliner Kunsthistorikerin versuche, die Herkunft und den Wert der Werke zu ermitteln. Das Magazin spricht von rund einer Milliarde Euro. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE befasst sich die Kunsthistorikerin seit anderthalb Jahren mit dem Fall.

Dem Magazin zufolge schlugen die Fahnder bereits im Frühjahr 2011 in der Wohnung des Mannes zu. Wenige Monate zuvor sei dieser dem Zoll bei einer Bargeldkontrolle während einer Zugfahrt von der Schweiz nach München aufgefallen. Die beschlagnahmten Gemälde befinden sich laut dem Bericht nun in einem Sicherheitstrakt des bayerischen Zolls in Garching bei München.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Laut "Focus" hatte der Vater des 80-Jährigen, ein Kunsthändler, die Gemälde in den dreißiger und vierziger Jahren aufgekauft. Seit mehr als 50 Jahren soll sie der Sohn in seinem Schwabinger Apartment gehortet haben - in verdunkelten, vermüllten Zimmern mit selbstgeschreinerten Regalen.Im Laufe der Jahre habe er einzelne Bilder verkauft und von dem Erlös gelebt. Nachdem die Fahnder 2011 seine Wohnung durchsucht hatten, soll er mindestens ein Gemälde von Max Beckmann für 864.000 Euro beim Auktionshaus Lempertz in Köln versteigert lassen haben.

Dem Bericht nach ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Als die Fahnder die Wohnung in einer mehrtägigen Aktion leer räumten und die Bilder abtransportierten, habe der Mann keinen Widerstand geleistet.

Eines der beschlagnahmten Matisse-Gemälde soll dem jüdischen Kunstsammler Paul Rosenberg gehört haben, dem Großvater der französischen Journalistin Anne Sinclair. Sinclair, die seit Jahren um die Rückgabe der von den Nazis gestohlen Gemälde kämpft, hat laut "Focus" bisher von dem Matisse-Bild nichts gewusst.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/nazi-raubkunst-bilder-von-picasso-matisse-nolde-in-muenchen-entdeckt-a-931507.html
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