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Unibibliothek Göttingen gibt NS-Raubgut zurück

1970
1945
Goettinger Tageblatt 23 July 2013

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) hat dem SPD-Ortsverein Verden 167 Bücher übergeben, die während der Zeit des Nationalsozialismus in den Bestand der Bibliothek aufgenommen worden waren. Die Bücher waren 1935  als „Geschenk“ des Bürgermeisteramts Verden an die Göttinger Bibliothek geschickt worden.
 

„Mozart auf der Reise nach Prag“ von Eduard Mörike. © SUB Göttingen

Die nun an den Rechtsnachfolger der Arbeiter-Zentralbibliothek Verden zurückgegebenen Bücher hatte die SUB im Rahmen eines Projekts zur Ermittlung von NS-Raubgut in ihren Beständen entdeckt.

Mit dem Verbot und der Auflösung sozialdemokratischer und kommunistischer Organisationen im Mai 1933 beschlagnahmten die Nationalsozialisten deren Eigentum. In Verden wurden 451 Bücher der Arbeiter-Zentralbibliothek eingezogen, von denen gut ein Drittel nach Göttingen gesandt wurde. Bei den nun zurückgegebenen Bänden handelt es sich überwiegend um zeitgenössische Gebrauchsliteratur oder Kleinschrifttum aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, das zur Bildung und Unterhaltung der Arbeiter diente.

„Wir freuen uns sehr, dass diese Bücher wieder nach Verden zurückkommen“, sagte Hermann Meyer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kirchlinteln und Erforscher der Verdener Arbeitergeschichte, bei der Übergabe der Bücher in Göttingen. Diese werden nun im Büro des SPD-Kreisvereins Verden in Achim der Öffentlichkeit zugänglich sein. „Es ist uns sehr wichtig, die Bücher ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgeben zu können“, so der stellvertretende SUB-Direktor Armin Müller-Dreier.


 

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