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Hamburger Staatsbibliothek gibt geraubte Bücher zurück

1970
1945
Hamburger Abendblatt 10 July 2013

ROTHERBAUM: Die Staats-und Universitatsbibliothek Hamburg gibt 420 Buecher zuriick, die der juedischen familie von Helen und Ignaz Petschek geboeren.Sie waren im Oktober 1938 im Sudetenland vom NS-Regime beschlagnahmt und teilweise versteigert worden. Die Urenkelin Nancy Petschek-Kohn werde sie am 17.Juli offiziell in Empfang nehmen, kuendigte die Bibliothek am Dienstag an.

Neben europaeischen Literaturklassikern zaehlen vor allem Buecher zur Geschichte, zur Philosophie und zum Judentum dazu.Der Unternehmer Ignaz Petschek (1857-1934) war Mitbesitzer mehrerer Braunkohlewerke und Bergbaugesellschaften in Nordwestboehmen und Mitteldeutschland. Er galt nach Angaben der Bibliothek als groBzuegiger Mazen und Foerderer seiner juedischen Gemeinde in der Elbestadt Aussig (tschechisch: Usti nad Labem).

Mit Annexion des Sudetenlandes fielen die dort angesiedelten Unternehmen der Petscheks an das Deutsche Reich. Auch der Privatbesitz der Familie wurde beschlagnahmt.

GroBe Teile der familieneigenen Bibliothek gingen an die Berliner Reichstauschstelle. Von dort erhielt 1943 die Hamburger Staatsbibliothek die Buecher, lagerte sie aber zunaechst ins Schloss Hermsdorf (bei Dresden) aus. Erst 1957 wurden sie in die Hamburger Bestaende eingearbeitet.

Anhand von Listen der Reichstauschstelle konnten seit dem Jahr 2006 mehr als 400 Buecher der Familie Petschek ermittelt und als NS-Raubgut gekennzeichnet werden. Vor drei Jahren nahm die Hamburger Staatsbibliothek dann Kontakt zu den Nachkommen in den USA auf.
http://www.abendblatt.de/hamburg/article117867145/Hamburger-Staatsbibliothek-gibt-geraubte-Buecher-zurueck.html
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