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Muenster Museum takes issue with Norman Rosenthal

1970
1945
Muensterschezeitung 14 April 2009
By Manuel Jennen

Landesmuseum Münster will NS-Raubkunst ermitteln

MÜNSTER Leidenschaftlich wird zurzeit über NS-Raubkunst in deutschen Museen diskutiert, seit der britische Kunstexperte Sir Norman Rosenthal einen Stopp der Rückgabe gestohlener und enteigneter Werke an die rechtmäßigen Erben gefordert hat: Es sei besser, so Rosenthal, die Werke in Museen für die Öffentlichkeit zugänglich zu belassen.Eine solche Haltung macht sich das Landesmuseum in Münster nicht zu eigen.

Während des Umbaus verwahrt Münsters Landesmuseum seine Exponate und Leihgaben in großen Depots - hier im Lichthof des Altbaus.
Foto: Jennen















Im Gegenteil: „Wir gehen mit diesem Thema sehr transparent um“, sagte Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold am Dienstag. Gemeinsam mit dem Folkwang-Museum Essen habe Münster Fördermittel beim Bund beantragt, um zweifelhafte Besitzverhältnisse von Kunstwerken besser klären zu können.

40 Leihgaben

Arnhold betonte indes, dass die Exponate der hauseigenen Sammlung nicht betroffen seien. Im Landesmuseum befänden sich aber rund 40 Leihgaben der Bundesrepublik Deutschland: Werke, die die Alliierten nach dem Krieg in Nazi-Sammlungen oder in Depots für als „entartet“ verfemte Kunst sicherstellten und deren Herkunft ungewiss ist. Diese Kunst wurde später vom Bund verwaltet. Ende der 60er Jahre verteilte der Staat Werke, deren Erben noch immer nicht gefunden worden waren, als Leihgaben an Museen.

Die 40 Exponate in Münster seien nicht allesamt wertvolle Gemälde oder Skulpturen, sagte Arnhold: „Darunter befinden sich auch Münzen und kleine Taler.“

Werke im Internet

Eine Forschungsstelle des Bundes in Berlin und die Koordinierungsstelle „Lost Art“ von Bund und Ländern in Magdeburg bemühen sich, die Besitzer dieser Werke herauszufinden. Alle Leihgaben seien im Internet einsehbar, so Arnhold. Und auch das Landesmuseum selbst forsche nach.

Nur für ein Werk in Münster empfehle der Bund zurzeit die Rückgabe an rechtmäßige Erben, sagte Arnhold: Es geht um Carl Blechens Gemälde „Morgendämmerung – Ruinen“ von 1824 aus jüdischem Besitz. Nach langwieriger Kontaktaufnahme mit den Erben sollen bald Gespräche beginnen: Das Landesmuseum möchte das Gemälde für seine Sammlung erwerben.

Vor gut drei Jahren traf im Museum eine Anfrage von Erben über ein noch bekannteres Werk ein: Christian Rohlfs’ Bild „Die Türme von Soest“ von 1921. Eine Überraschung, denn dieses Gemälde zählt nicht zu den Bundesleihgaben, sondern ist eine reguläre Leihgabe des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Kunsthandel

Das Landesmuseum ermittelte und fand heraus, dass sich das Bild bereits seit 1933 in einem deutschen Museum befunden hatte. Später wurde es von den Nazis als „entartet“ abgezogen und ins Ausland verkauft. Das Land NRW erwarb es nach dem Krieg im Kunsthandel. Das Museum teilte diese Informationen den Fragestellern mit – „seitdem hat es keine Reaktion mehr gegeben“, sagte Arnhold.

www.landesmuseum-muenster.de



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